Rückschau: Gefangen im Netz?! – ein Theaterstück über das Leben im digitalen Zeitalter

Wie viel Zeit verbringen wir online? Wie abhängig sind wir von Likes? Wie beeinflusst KI unsere eigene Kreativität? Was passiert, wenn Leistungsdruck, soziale Erwartungen und der Wunsch nach Anerkennung aufeinandertreffen?

Mit diesen und weiteren Fragen setzte sich der Wahlpflichtkurs Theaterpädagogik im Sommersemester 2026 in intensiver Projektarbeit auseinander und entwickelte das Stück „All the time, every time“, das am 18. Juni 2026 im Pendelsaal aufgeführt wurde.

Den Ausgangspunkt der Inszenierung bildete eine scheinbar alltägliche Situation: Eine Schulklasse erhält den Auftrag, einen Leistungsnachweis als Gruppenarbeit zu erbringen. Doch schnell zeigt sich, wie unterschiedlich die Figuren an diese gemeinsame Aufgabe herangehen. Während einige ehrgeizig auf gute Leistungen hinarbeiten, nehmen andere die Situation eher gelassen. Wieder andere sind mit persönlichen Sorgen, Versagensängsten oder sprachlichen Herausforderungen beschäftigt, sodass sie sich wenig einbringen können.

Vor diesem Hintergrund entstehen auf der Bühne Konflikte und Missverständnisse, aber auch Momente von Verständnis und Gemeinschaft. Denn trotz aller Unterschiede verbindet sie eines ganz besonders: die Omnipräsenz der digitalen Medien – Fluch und Segen zugleich. Smartphones, soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz bieten zahlreiche Möglichkeiten, unterstützen beim Lernen und erleichtern die Kommunikation. Gleichzeitig lenken sie ab und erzeugen Druck. „All the time, every time“ greift diese Ambivalenzen auf und zeigt in vielen Szenen, wie sehr sie das Miteinander prägen und wie schnell man selbst in die digitale Welt hineingezogen werden kann.

„Das Internet ist wie ein Loch.

So eins, das erst ganz klein aussieht. Harmlos und interessant.

Du schaust hinein und denkst: nur kurz.

Nur kurz ein Video. Nur kurz eine Nachricht. Nur kurz scrollen.

Und ehe du es bemerkst, bist du mittendrin.“

Die Darsteller:innen luden mit der Aufführung das Publikum dazu ein, über die eigene Lebenswelt und den persönlichen Umgang mit digitalen Medien nachzudenken.

Das Projekt machte zugleich sichtbar, was Theaterpädagogik ermöglicht: Eigene Erfahrungen und gesellschaftlich relevante Themen werden gemeinsam reflektiert, kreativ verarbeitet, in künstlerischen Prozessen gestaltet und schließlich auf die Bühne gebracht.

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